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Frische Augen von außerhalb: Warum es sich lohnt, interne Prozesse mit externer Beratung transparent zu machen

Bei einem Unternehmensverkauf habe ich eigentlich die Käuferseite beraten. Doch auch für den Verkäufer sollte sich meine Arbeit rentieren.

Bevor ein Kaufvertrag unterschrieben wird, steht zunächst eine „Due Diligence“ -Prüfung an („gebotene Sorgfalt“). Der Käufer und ich haben uns also alle relevanten Geschäftsdokumente vorlegen lassen, um die Gesundheit des Unternehmens zu prüfen. Wir wollten abschätzen, welche Risiken und Chancen mit einem Kauf einhergehen würden und auf dieser Basis einen Kaufpreiskorridor abstecken. Bei zu großen Risiken oder unerwartet hohen Schulden hätte ich dem Mandanten vom Kauf abraten müssen.

Obwohl ich in der Buchhaltung schon einiges an Komplexität gesehen hatte, konnte ich mir aus vielen Buchungsvorgängen keinen Reim machen. Einfachste Vorgänge schienen entweder dilettantisch oder doch zumindest unangemessen kompliziert abgebildet.

In erheblichem Ausmaß wurden Buchungen immer wieder storniert und neu eingebucht.

Und dieses Spiel wurde an mehreren Stellen mehrfach betrieben. Wie sich durch Nachforschungen herausstellte, handelte es sich hierbei keinesfalls um ein Versehen.

Unbemerkt vom Rest der Firma hatte ein Mitarbeiter aus der Buchhaltung absichtlich Verwirrung gestiftet, um die Veruntreuung von Geld zu verschleiern.

Diese Erkenntnis war für unseren Mandanten natürlich hochinteressant. Er konnte ein wirtschaftlich gut gehendes Unternehmen zu einem reduzierten Kaufpreis erwerben.

Doch auch der Verkäufer war dankbar über den Hinweis. Wir haben Schwachstellen in den buchhalterischen Prozessen entlarvt, die sich leicht beheben ließen. Außerdem konnten wir das schwarze Schaf innerhalb der Firma ausfindig machen, das dem Betrieb durch seine kriminellen Machenschaften schadete. Der Verkäufer leitete entsprechende Schritte ein.

Diese Anekdote ist sicher nicht repräsentativ für die Mehrheit der Unternehmen. Aber sie zeigt auf, dass es sich lohnen kann, auch auf das eigene Unternehmen mit der „gebotenen Sorgfalt“ zu blicken – notfalls mit frischen Augenpaaren von außerhalb.

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