hmp - Heine-Mattern Partnerschaft - Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwältin München

Was ist ein Familienheim und wie funktioniert das Steuermodell einer Familienheimschaukel?

Angesicht teils schwindelerregender Immobilienpreise in deutschen Großstädten stellt die Möglichkeit einer steuerfreien Übertragung des sog. Familienheims an den Ehe- oder Lebenspartner bzw. die Kinder ein wichtiges Steuermodell im privaten Vermögensbereich dar.

Nachfolgend sollen einige typische Fragen dazu beleuchtet werden.

Was ist ein Familienheim?
Unter einem Familienheim versteht man ein bebautes Grundstück, soweit darin eine Wohnung zu eigenen Wohnzwecken verwendet wird. Diese Wohnung bildet den Mittelpunkt des familiären Lebens.

Kann ein Zweitwohnung Familienheim sein?
Nachdem das Familienheim den Mittelpunkt des familiären Lebens darstellen muss, kann eine Zweitwohnung kein Familienheim sein. Nach Auffassung des FG München ist die Meldung als Hauptwohnsitz ein aussagekräftiges Indiz.

Kann ein Familienheim auch im Ausland liegen?
Das Familienheim kann auch im Ausland und zwar in der EU als auch in einem Staat des EWR (Europäischer Wirtschaftsraum; also Island, Norwegen, Liechtenstein) liegen.

Ist die Höhe der Steuerbefreiung begrenzt?
Nein, es gibt dabei keine wertmäßigen Beschränkungen. Somit können auch sehr werthaltige Immobilien übertragen werden.

Was versteht man unter der Familienheimschaukel?
Ausgangspunkt: Ein Ehe- bzw. Lebenspartner besitzt sehr viel Vermögen. Aufgrund der wertmäßig unbegrenzten Übertragungsmöglichkeit ist es möglich im ersten Schritt zunächst ein Familienheim steuerfrei zu übertragen. Im zweiten Schritt verkauft der Beschenkte das Familienheim wieder an den Schenker zurück und erhält dafür Geldvermögen. Dies lässt sich wiederholen, ohne dass Freibeträge in Anspruch genommen werden müssen.

Gibt es eine Begrenzung der Größe/Fläche des Familienheims?
Bei einer Übertragung an den Ehe- bzw. Lebenspartner gibt es im Falle einer Schenkung als auch im Erbfall keine Beschränkung. Im Erbfall an die Kinder wird die Begünstigung jedoch auf eine Wohnfläche von maximal 200m² begrenzt.

Die dargestellten FAQs zum Familienheim geben einen Ausschnitt zu der Rechtsprechung und Anwendung der steuerlichen Vorschrift wieder und ersetzt nicht das fachliche Beratungsgespräch.

Haben Sie Fragen zu diesem oder anderen steuerrechtlichen Themen?
Sie erreichen uns am einfachsten per Email oder telefonisch.

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Drei steuerlich interessante Änderungen zum Jahreswechsel 2018/2019. E-Bikes, Hybrid-Autos und Job Tickets

1. Steuerfreies Job-Ticket
Tickets des öffentlichen Nahverkehrs oder der Deutschen Bahn werden ab dem 1.1.2019 künftig gänzlich steuerfrei. Dies bedeutet, dass ein Arbeitgeber die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel lohn- und sozialversicherungsfrei für seine Arbeitnehmer übernehmen kann. Dies kann für Arbeitgeber ein interessantes Mittel sein um Gehaltsgespräche zum Jahreswechsel zu führen. Die Steuerfreiheit umfasst nur öffentliche Verkehrsmittel – sonstige Fahrtkosten bleiben steuerpflichtig.

2. Steuervorteil für Elektro und Hybrid-Fahrzeuge
Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung von Elektro- oder Hybridfahrzeugen wird geringer besteuert. Für alle Fahrzeuge, die ab dem 1.1.2019 angeschafft werden, erfolgt die pauschale Besteuerung nicht mehr mit 1,0 % des Bruttolistenneupreises sondern nunmehr mit 0,5 %. Unter diese Regelung fallen auch durchaus teure Hybrid-SUVs, die dadurch steuerlich stark gefördert werden. Beispielsweise sinkt bei einem Anschaffungspreis von 60.000 € für ein Kfz damit die monatliche Besteuerung von 600 € auf 300 €.

3. Die Nutzung betrieblicher (Elektro-)fahrräder wird steuerfrei
Gerade für Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Stadtgebiet interessant. Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer ein betriebliches Fahrrad oder E-Bike kann dieses steuerfrei genutzt werden. Auch dies ist ein probates Mittel um sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.

Wir wünschen Ihnen jetzt schon viel Erfolg im neuen Geschäftsjahr.
Sollten Sie Fragen haben, lassen Sie es mich wissen.

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Erbschaftsteuer nach dem Erbfall vermeiden – Berliner Testament

Tritt der Erbfall erst ein, zeigen sich für die Erben die daraus folgenden erbschaftsteuerlichen Auswirkungen. Nicht immer wurde an diese vom Erblasser zuvor gedacht. Die Frage ist nun, wie man Erbschaftsteuer nachträglich noch vermeiden oder zumindest reduzieren kann.

Ein sehr häufiges Modell der letzten Verfügung ist das so genannte „Berliner Testament“, bei dem sich die Ehegatten selbst als gegenseitige Alleinerben einsetzen. Kinder werden erst nach dem Tod des länger lebenden Ehegatten bedacht. Diese Art der Verfügung von Todes wegen zeigt sich erbschaftsteuerlich jedoch als nicht optimal. Zunächst wird der Nachlass allein durch den Längerlebenden versteuert und in der Folge durch die Kinder ein zweites Mal. Günstiger wäre es, wenn eine Verteilung des ersten Erbfalls bereits auf alle Familienmitglieder verteilt werden könnte. So könnten Freibeträge nach § 16 ErbStG addiert und ein großer Teil der Erbschaftsteuer vermieden werden.

ERBE FREIBETRAG STEUERKLASSE
1. Ehegatte oder Lebenspartner 500.000 € I
2. Leibliche Kinder und Kinder von verstorbenen Kindern 400.000 € I
3. Enkel 200.000 € I
4. Alle übrigen Personen, ob verwandt oder nicht 20.000 € II, III

Würde man neben dem Ehegatten auch die beiden Kinder mit in die erbschaftsteuerliche Betrachtung miteinbeziehen, wäre der Freibetrag nicht nur 500.000 € sondern bereits 1,3 Mio €.

Folgende Möglichkeiten zeigen auf, wie man auch nach dem eingetretenen Erbfall die voraussichtliche Erbschaftssteuer möglicherweise noch reduzieren kann:

  • Die Kinder könnten ihren gesetzlichen Pflichtteil in Abstimmung mit dem länger lebenden Elternteil geltend machen und so eine Aufteilung des erbschaftsteuerlichen Erwerbs erreichen. Der Ehegatte kann die Auszahlung des Pflichtteils von seinem steuerpflichtigen Vermögenserwerb abziehen und muss diesen selbst nicht versteuern. Diese Möglichkeit bietet sich unter anderem dann an, wenn der länger lebende Ehegatte bereits ausreichend Vermögen besitzt und für das Alter ausgesorgt hat.
  • Weiterhin besteht die Möglichkeit bei einer unpassenden testamentarischen Regelung, dass alle Betroffenen Erben ausschlagen und damit den Weg in die gesetzliche Erbfolge ermöglichen. Probleme ergeben sich hier jedoch, sofern minderjährige Kinder als Erben berufen sind.
  • Als dritte Möglichkeit kann der länger lebende Ehegatte selbst seine Erbschaft ausschlagen. An seine Stelle treten die Kinder als Ersatzerben. Zwar kann der Ehegatte damit nicht mehr Erbe werden (eine Teilausschlagung ist nicht möglich), jedoch kann er aus seinem Zugewinnanspruch oder seinem so genannten kleinen Pflichtteil einen Teil der Erbschaft erhalten. In dieser Konstellation sind jedoch ertragsteuerliche Folgewirkungen denkbar, die in der Bedienung des Zugewinnausgleichs oder der Erfüllung des Pflichtteils liegen.
  • Eine weitere Möglichkeit die Erbfolge und damit die Erbschaftsteuer noch zu gestalten, liegt in der Ausschlagung des Längerlebenden gegen Abfindungsregelung. Auch hier gilt es, unerwünschte Auswirkungen der Einkommensteuer zu bedenken, die insbesondere in steuerschädlichen Veräußerungstatbeständen ruhen können. Eine solche Abfindungsregelung wird nämlich leicht als steuerpflichtige Veräußerung vom Finanzamt gewertet.

Im Ergebnis zeigt sich, dass man trotz des eingetretenen Erbfalls keineswegs vor vollendeten Tatsachen steht. Man muss jedoch schnell handeln, um sich alle Gestaltungsmöglichkeiten zu erhalten. Während die Ausschlagung regelmäßig innerhalb von nur sechs Wochen zu erklären ist, kann die Geltendmachung eines Pflichtteils noch bis zu drei Jahre nach Kenntnis erfolgen.

Nicht zu vergessen: auch der Erblasser hat eventuell selbst einer anderen Auslegung seines letzten Willens vorbeugen wollen und eine so genannte Pflichtteilsstrafklausel in sein Testment aufgenommen. 

Es gilt den Sachverhalt fachgerecht zu analysieren und eine passende Lösung in erbrechtlicher als auch erbschaftsteuerlicher Hinsicht zu finden.

Sie haben Fragen oder einen konkreten Fall?
Hier erreichen uns per Email oder telefonisch.

INFORMATIONSVERANSTALTUNG FÜR FRAUEN im Landkreis Ebersberg FRAU.HAT.RECHT

FRAU.HAT.RECHT – Informationsveranstaltung, Freitag, 9. März 2018, Landratsamt Ebersberg

INFORMATIONSVERANSTALTUNG FÜR FRAUEN im Landkreis Ebersberg FRAU.HAT.RECHTInformationsveranstaltung für Frauen im Landkreis Ebersberg

„Keine Geld-zurück-Garantie: rechtliche und finanzielle Fragen rund um Ehe und Partnerschaft“

Impulsvortrag zur Broschüre „Ehe und Partnerschaft rechtlich begleiten“ der Mitautorin Florentine Heine-Mattern (Rechtsanwältin, Fachanwältin für Erbrecht) mit anschließender Diskussionsrunde.

Nutzen Sie die Gelegenheit, um sich über die vielfältigen Möglichkeiten auch nach der Eheschließung zu informieren!

FRAU.HAT.RECHT
Die Erfahrung zeigt, dass Paare, die heiraten, meist intensiv mit Hochzeitsvorbereitungen befasst sind, jedoch nicht genügend mit den notwendigen rechtlichen und finanziellen Fragen rund um Ehe und Partnerschaft. Auch Ehepartner, die schon länger verheiratet sind, beschäftigen sich selten mit diesem – vor allem für Frauen – wichtigen Thema.
Das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration hat eine neue Broschüre herausgegeben, die mit vielen Fallbeispielen aus der Praxis die rechtlichen Regelungen und Folgen anschaulich und vor dem Hintergrund der jeweiligen Paarkonstellation erklärt. Handelt es sich zum Beispiel um eine Zuverdienerehe, eine zweite/ späte Ehe, unverheiratete Partnerschaften mit oder ohne Kinder oder eine eingetragene Lebenspartnerschaft? Je nach Konstellation ist es wichtig, unterschiedliche Regelungen und Vereinbarungen zu treffen.
Der Vortrag zeigt auf, welche rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen familienbezogene Entscheidungen haben können und gibt – wie auch die Broschüre – Hinweise für faire vertragliche Regelungen. Dies gilt gleichermaßen für frisch verheiratete und seit langer Zeit verheiratete Paare.

Insbesondere Frauen sollten sich über diese Fragen gut informieren, weil es in der Mehrheit immer noch sie sind, die den Großteil der unbezahlten familiären Aufgaben übernehmen und dadurch oft viel schlechter finanziell und rechtlich abgesichert sind“, rät Eva-Maria Berninger, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ebersberg, „Liebe und Recht sind keine unversöhnlichen Gegensätze“.

FRAU.HAT.RECHT
Freitag, 9. März 2018, 17:00 Uhr
Landratsamt Ebersberg – Hermann-Beham-Saal
Eichthalstraße 5, 85560 Ebersberg
Eintritt Frei

Veranstalterinnen: Gleichstellungsstelle des Landkreises Ebersberg, Gleichstellungsstelle der Stadt Grafing, Frauen- und Mädchennotruf Ebersberg

Steuerdaten im Fokus des Datenschutzes – Zeitschrift: Datenschutz und Datensicherheit – DuD > Ausgabe 6/2017

Aus Anlass des Gesetzentwurfs der Anpassung des Bundesdatenschutzgesetzes an die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) nach europäischen Vorgaben stellt der nachfolgende Beitrag die Handhabe von Steuerdaten im Fokus des Datenschutzes heraus. Durch die Umsetzung der DSGVO treten bestehende Datenschutzbestimmungen im Steuerrecht hinter das allgemeine Datenschutzgesetz zurück. Was sagen die derzeitig gültigen Bestimmungen über die Daten in den Steuererklärungen und wie muss die öffentliche Hand damit umgehen?

Der automatische Informationsaustausch trat zum 1.1.2016 durch das Finanzkonten-Informations­austausch­gesetz (FKAustG) mit mehr als 50 Staaten in Kraft und schließt große Lücken im globalen Besteuerungssystem bei Finanzgeschäften. Die vormals durch das Bankgeheimnis vieler Staaten geschützten Finanzdaten werden nun automatisch von den Finanzinstituten gesammelt und den Steuerbehörden zur Verfügung gestellt. Staaten wie die Schweiz, Liechtenstein, Österreich aber auch Singapur, Cayman Islands oder die British Virgin Islands gaben ihre Verschwiegenheit auf und nehmen an dem Datenaustausch teil. Der erstmalige Austausch der Daten erfolgt zum 31. Juli 2017 für das Jahr 2016.

Als zu übermittelnde Informationen gelten neben den finanziellen Daten auch die persönlichen Daten der jeweiligen Kontoinhaber bzw. deren wirtschaftlich Berechtigten, mithin Name, Anschrift, Geburtsdatum und Geburtsort. In Sachen Datenschutz schreibt das Gesetz vor, dass bei der Meldung der Daten gemäß § 8 Abs. 5 FKAustG geeignete Schutzmaßnahmen gegen unbefugten Zugang, unbefugte Veränderung und unbefugte Bekanntgabe nach Stand der Technik von den Finanzinstituten zu gewährleisten sind. Die Speicherung der Daten erfolgt für 15 Jahre.

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Steuerdaten im Fokus des Datenschutzes - Zeitschrift: Datenschutz und Datensicherheit - DuD > Ausgabe 6/2017 Inhaltsverzeichnis
1 Steuerdaten und deren Austausch
1.1 Der automatische Informationsaustausch (AIA) zwischen Staaten
1.2 Der Ankauf von Daten-CDs durch Behörden
2 Das Steuergeheimnis als Herausforderung
3 Tax Compliance ohne Steuergeheimnis?

 


Veröffentlicht in der Fachzeitschrift “DuD • Datenschutz und Datensicherheit” Ausgabe 6/2017
Autor: Alexander Heine

In den Worten des Verlags:

Die Zeitschrift “Datenschutz und Datensicherheit” wurde entwickelt für Experten aus Forschung, Praxis und Politik. Techniker und Juristen, EDV-Praktiker und Wissenschaftler, Technikentwickler und betriebliche wie behördliche Datenschutzbeauftragte finden hier aktuelle, zuverlässige und wegweisende Informationen zu Fragen des Datenschutzes oder der Sicherheit in der Informations- und Kommunikationsverarbeitung. Die DuD vermittelt zwischen den in behördlicher und betrieblicher Praxis an datenschutzgerechten und sicheren Anwendungen gestellten Anforderungen und der wissenschaftlichen wie industriellen Forschung und Entwicklung. Inhaltliche Schwerpunkte von DuD sind neben Datenschutz und Datensicherheit der Schutz von Kommunikationsdaten, das Spannungsverhältnis von Mensch, Recht und Technik sowie Fragen der nationalen und internationalen Regulierung. Verständlich, fachlich kompetent und aktuell zu allen Themen von IT-Recht und IT-Sicherheit – Fachwissen zu dem wichtigen Thema, wie man technische Lösungen im Einklang mit dem geltenden Recht umsetzt. Die DuD ist die am häufigsten zitierte Fachzeitschrift zum Thema Datenschutz und Datensicherheit.